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Stablecoins bald reguliert? US-Finanzministerium startet Arbeitsgruppe

Die US-amerikanische Finanzministerin Janet Yellen wird am Montag, den 19. Juli 2021,  die obersten US-Finanzmarkt- und Aufsichtsbehörden einberufen. In dem anstehenden Treffen soll über eventuelle Regulierungen von Stablecoins diskutiert werden. Diese sind schon lange Teil des Kypto-Marktes, der den Politikern in aller Welt Sorge bereitet.

Das Treffen der sogenannten „President‘s Working Group on Financial Markets“ soll die behördenübergreifende Arbeit an Stablecoins diskutieren. Das gab das Finanzministerium in einer Erklärung am Freitag bekannt. Es ist kein Geheimnis, dass der Kryptomarkt die Finanzbehörden auf der ganzen Welt ins Schwitzen bringt. Wir haben uns das für Euch mal genauer angeschaut!

Bewertung von Stablecoins durch die Regulierungsbehörden

Zusätzlich zum Finanzministerium soll die Arbeitsgruppe aus den Leitern der Federal Reserve, der Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission bestehen. Außerdem werden zwei Bankaufsichtsbehörden an der Sitzung teilnehmen: das Office of the Comptroller of the Currency und die Federal Deposit Insurance Corp.

Die Zusammenführung der Regulierungsbehörden wird es uns ermöglichen, die potentiellen Vorteile von Stablecoins zu bewerten und gleichzeitig die Risiken zu minimieren, die sie für die Nutzer, die Märkte und das Finanzsystem darstellen könnten.

Die Arbeitsgruppe plant außerdem in den nächsten Monaten schriftliche Empfehlungen herauszugeben.

Was sind Stablecoins überhaupt?

Die Regulierungsbehörden zeigen sich zunehmend besorgt über diese neue Art von Kryptowährung. Aber was sind denn Stablecoins überhaupt? Bei Stablecoins handelt es um eine besondere Klasse der Kryptowährungen. Sie versuchen, eine Preisstabilität zu bieten und sind durch ein Reserve-Asset abgesichert.

Stablecoins haben an Zugkraft gewonnen, weil sie den Nutzern das Beste aus beiden Welten bieten wollen – die sofortige Verarbeitung und Sicherheit beziehungsweise Privatsphäre von Krypto-Transaktionen sowie die stabilen Bewertungen von Fiatwährungen. Sie können an eine Währung wie den US-Dollar oder an den Preis eines Rohstoffes wie Gold gekoppelt sein.

Der erste und wohl auch bekannteste Stablecoin ist Tether. Der Token USDT hat sich für Krypto-Investoren als nützlich erwiesen, weil er, wie bereits oben beschrieben, eine Möglichkeit bietet, die Volatilität anderer Kryptowährungen zu vermeiden. Darüber hinaus entfallen mit USDT (im Gegensatz zum US-Dollar) Transaktionskosten und Verzögerungen, die die Handelsausführung innerhalb des Kryptomarktes beeinträchtigen.

Ein weiterer bekannter Stablecoin ist der USD Coin. Auch dieser Coin ist mit realen Vermögenswerten unterlegt und wurde zunächst nur auf der Ethereum-Blockchain betrieben. Allerdings konnte er in der jüngsten Vergangenheit sein Wirkungsspektrum auch auf die Solana- und Algorand-Blockchains erweitern. Im Gegensatz zu Tether hat der USD Coin eine transparentere Finanzierung und bessere Auditing-Prozesse. Er bietet den Nutzern eine hohe Transaktionsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit.

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Fed-Vorsitzender Jerome Powell wünscht sich regulatorische Aufsicht

Das geplante Treffen folgt auf Kommentare des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, der davor warnte, dass Stablecoins die notwendige regulatorische Aufsicht vermissen lassen.

Sie sind wie Geldfonds, sie sind wie Bankeinlagen und wachsen unglaublich schnell – aber ohne angemessene Regulierung.

Bereits im Dezember 2020 warnte die US-amerikanische Regierung die Unternehmen, die hinter den großen Stablecoins stehen, die Schutzmaßnahmen gegen Geldwäsche zu verschärfen. Das Finanzministerium und andere Behörden sagten damals, dass Stablecoins auf eine Art und Weise verwendet werden sollten die „das Risiko effektiv verwaltet und die Stabilität des nationalen und internationalen Finanz- und Währungssystems der USA aufrechterhält“.

Gekommen um zu bleiben

Aber was genau versetzt die US-Behörden, aber auch Politiker und Regierungsbeamte in anderen Ländern, den nun so in Angst und Schrecken? USDT zum Beispiel strebt einen Wert von einem US-Dollar an und soll immer auch von diesem einen US-Dollar „gesichert“ sein. Somit ist er auch der Inflation ausgesetzt, was eigentlich nicht der Vision eines Stablecoins entspricht. Der will sich schließlich komplett vom Finanzsystem lösen.

Soweit so gut, klingt noch nicht wirklich besorgniserregend, oder? Aber der US-Dollar, der hinter einem Produkt wie dem USDT steht, berührt niemals das Finanzsystem als solches, sondern wirkt lediglich als Reserve. Und damit entgeht er auch den, durch die Behörden aufgesetzten, Regulierungen. Jetzt versteht man schon eher, weshalb die US-amerikanischen Behörden sich auch Regulierungen für Stablecoins wünscht – vor allem für die vom USD-abhängigen Coins.

Es bleibt abzuwarten, was das vom Finanzministerium einberufene Treffen für die Zukunft von Stablecoins bedeuten wird. Ob scharfe Regulierungen wie bei Fiatwährungen zu erwarten sind oder ob sich die USA doch endlich mit schnellen Schritten Richtung „Digitaler USD“ bewegen will. Fest steht jedoch, dass Stablecoins gekommen sind, um zu bleiben. Als Währung, die unabhängig vom momentanen Finanzsystem agiert und deren Kaufkraft über die Jahre gleich bleibt.

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