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Ethereum: Neue Layer-2-Solution von Arbitrum

Arbitrum stellt eine relativ neue Lösung für Ethereum dar. Die Plattform wurde schnell beliebt, da sie über die erste Layer-2-Solution auf der Ethereum Virtual Machine (EVM) verfügt.

Arbitrum bietet eine Layer-2-Lösung für das Ethereum-Netzwerk. Ihr Debüt feierte die von OffChain Labs gegründete Plattform im Mai 2021. Die Plattform verfügt über die erste True Layer-2-Solution auf der Ethereum Virtual Machine (EVM), auf Bytecode-Ebene.

Layer-2-Solution für Ethereum

Laut eigener Aussage schuf OffChain Labs die Plattform als Antwort auf den wachsenden Bedarf nach Skalierungslösungen, die meist kompliziert und teuer sind. Auch ist die Plattform EVM-kompatibel, was bedeutet, dass Projekte ohne Änderung des Codes durchgeführt werden können. Steven Goldfeder, Co-Gründer von OffChain Labs und Arbitrum, erklärt:

„Unsere Entwickler sind sehr darum bemüht, die Nummerierung der Verträge leichter und kompatibler zu machen.“

Schon vor dem Mainnet-Beta war die Plattform sehr beliebt. Beim offiziellen Start von Arbitrum wurde dann bekannt gegeben, dass über 250 Projekte im Devoloper-Mainnet online gehen werden.

Einige dieser Projekte stammen von großen DeFi-Namen wie SushiSwap, C.R.E.A.M Finance und Uniswap. Leo Cheng, Mitbegründer und Projektleiter bei C.R.E.A.M. Finance, erläutert:

„In Bezug auf Produkt- und Ökosystementwicklung ist Arbitrum führend. Denn Arbitrum bietet großartige Unterstützung beim Integrationsprozess. Zudem bietet die Plattform ein hohes Maß an Professionalität. Deshalb ist Arbitrum für den Start in jeder Hinsicht eine gute Wahl.“

Arbitrums Rollups

Arbitrum verwendet sogenannte ‘optimistic Rollups’, um der Überlastung auf Ethereum entgegenzuwirken. Auch möchte die Plattform von Zero-Knowledge Proofs unabhängig werden. Das Prinzip lautet wie folgt: Anstatt jede Transaktion zu verifizieren, wird von vornherein einfach angenommen, dass alle stimmen. Infolgedessen können Gebühren reduziert werden. Dabei nutzt die Plattform Ethereum, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse der Transaktionen richtig sind.

Ein sogenannter Challenge-Schritt sichert dann die „Blocks“ auf der „Chain“ ab. Dabei überprüfen Validatoren, ob die „Blocks“ korrekt sind. Bei der Annahme, dass einer oder mehrere „Blocks“ nicht korrekt sind, kommt es zur „Challenge“ – zur Anfechtung. Wenn sich die Annahme als falsch erweist oder die Challenge ungerechtfertigt ist, entzieht der Validator den Anteil.

DeFi favorisiert die Rollup-Technologie vor allem wegen ihrer Sicherheit. Es gibt zwar viele Layer-2-solutions, aber der Vorteil der Rollup-Technologie ist, dass sie die Layer-1-Security ausnutzt. Im Allgemeinen finden sich Entwickler damit gut zurecht. Insgesamt versuchte Arbitrum die Plattform so einfach wie möglich zu gestalten. Und zwar sowohl auf technischer Ebene als auch durch mehrere Support-Dienste für Entwickler. Goldfeder erklärt:

„Ein großer Vorteil für Entwickler ist die Einfachheit der Plattform. Die Platzierung (Deployment) auf Arbitrum ist extrem einfach. Arbitrum ist deshalb einzigartig, weil es auf Bytecode-Ebene EVM-kompatibel ist und daher alle EVM-Sprachen sofort unterstützt. Kompatibilität ist im DeFi-Bereich extrem wichtig. Und eine frühe Integration bringt immense Vorteile.“

Kompatibilität bedeutet, dass Anwendungen und Protokolle dazu fähig sind, gemeinsam zu interagieren. Aufgrund der Vielzahl von Protokollen ist diese Interaktion für DeFi von zentraler Bedeutung. Deshalb werden alle Layer-2-Solutions, die dies ermöglichen, sehr geschätzt.

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DeFi und Layer 2

Ursprünglich waren Layer-2-Solutions nie Teil des Plans. Mit der Entwicklung von DeFi wuchs jedoch auch der Bedarf danach. Im DeFi-Sommer 2020 führte das Wachstum bei allem, was auf Ethereum basierte, zu hohen Gasgebühren und langsamen Transaktionszeiten. Doch Etherum wurde lukrativer und innovativer denn je. Ethereum einfach wieder einzustellen kam nie infrage. Cheng führt aus:

Layer-2-Solutions wurden sehr schnell sehr beliebt:

„Die Zukunft von DeFi ist Multichain. Seit der Gründung unseres Projekts glauben wir fest an eine Multichain in der Zukunft. Zeitgleich arbeiten wir weiterhin an der Integration mit führenden EVM-kompatiblen Blockchains.“

Ethereum 2.0 und die Skalierbarkeit

Während Anbieter wie Arbitrum an effektiven Lösungen arbeiten, lehnt auch Ethereum sich nicht zurück. Der mit Spannung erwartete Live-Start von Ethereum 2.0 soll die Skalierbarkeits- und Preisprobleme im Netzwerk lösen! Für Goldfeder ist Ethereum 2.0 keine Bedrohung, sondern eher eine Chance.

„Wenn ETH 2.0 die Datenverfügbarkeit skaliert, bedeutet das wiederum mehr Kapazität über Rollups und letztlich niedrigere Kosten für die User. Ich sehe Arbitrum und ETH 2.0 dennoch als kritisch, da sie im Tandem arbeiten werden, um Ethereum für die nächste Generation von Usern anzupassen.“

Bei Arbitrum sorgt ETH 2.0 für die notwendige Datenverarbeitung, um Milliarden von Nutzern Transaktionen im Netzwerk zu ermöglichen. Layer-2-Solutions unterstützen diesen Prozess zusätzlich und arbeiten daran, die Kapazität noch weiter zu erhöhen.

Während ETH 2.0 von vielen mit Spannung erwartet wird, äußern andere Bedenken wegen der Dezentralisierung. Während des Global DeFi Summit kritisierte Alex Gluchowski, CEO von Matter Labs, dass durch die Umstellung von Ethereum auf den Proof of Stake (POS)-Konsens die Möglichkeit – zur Anhäufung von Reichtum – nur für einige wenige Personen möglich ist. Dadurch würde die Macht auch weiterhin in wenigen Händen bleiben.

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Mit der Blockchain verbunden bleiben

Während Arbitrum qualitativ hochwertige Lösungen bietet, gibt es jedoch auch andere „weniger gute“ Layer-2-Solutions. Beim letzten Gipfel äußerte Emin Gün Sirer, Cornell-Professor und CEO von Ava Labs, zum Beispiel wie die Popularität von Layer-2-Solutions dazu führte, dass andere angebotene Lösungen plötzlich nicht mehr nachgefragt wurden.

Sirer ist der Meinung, dass sich bei zu vielen Angeboten auf dem Markt „billige und technisch minderwertige Lösungen“ entwickeln werden, die, wenn überhaupt, nur für den provisorischen Einsatz geeignet sind. Zwar ist Sirer nicht generell gegen Layer-2-solutions, betrachtet aber dennoch einige als kritisch.

Während die Kryptowelt gespannt auf ETH 2.0 wartet, sind Layer-2-Solutions bestens für diejenigen geeignet, die bereits in diesem Bereich tätig sind oder einsteigen wollen. Doch wie schnell sie in der Branche angenommen werden, ist noch offen. Die langsam sinkenden Gaspreise sprechen jedenfalls dafür.

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